Amokandrohung an dänischer Schule in Flensburg

Am Vormittag das 26. Novembers erhielten die Schulleitung der Jørgensby-Skolen und die Flensburger Polizei Mitteilung über eine schriftliche Amokdrohung, die an die Wand eines Nebeneinganges der Schule gekritzelt wurde. Darin wurde die Tat für den 27. November angekündigt. Was genau passieren sollte wurde nicht angekündigt. Die Polizei leitete daraufhin sofort strafrechtliche Ermittlungen ein.

Aufgrund der aktuellen Lageeinschätzung und vorliegender Erkenntnisse ging die Polizei davon aus, dass es sich bei dem
Täter um einen so genannten „Trittbrettfahrer“ handelt. Trotzdem nahm sie die Drohung vor dem Hintergrund jüngster
Ereignisse ernst und war daher am Dienstag morgen rechtzeitig zu Schulbeginn vor Ort. In Abstimmung zwischen Schulleitung und Polizei fand der Schulbetrieb regulär statt.

Die uniformierte Präsenz vor dem Gebäude der Jørgensby-Skolen wurde am Abend beendet. Zu Zwischenfällen kam es nicht. Die Polizei sieht sich daher in ihrer Lageeinschätzung bestätigt. Zur Schule erschienen nur etwa die Hälfte der Schüler.

Auf reges Interesse stieß der Vorfall bei den deutschen und dänischen Medien, die mit Kamerateams und Journalisten vor Ort berichteten.

Einer der Schüler hatte vermeintliche Vorsorge getroffen: Er hatte kurzerhand seine Spielzeugpistole mitgenommen und zeigte sie mit einer Mischung aus Stolz und Respekt den vor der Schule eingesetzten Polizeibeamten. Sie ermahnten den Jungen, dass man auch solche Gegenstände nicht mit in die Schule bringen sollte, stellten sein Mitbringsel sicher und übergaben es der Schulleitung.

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang erneut darauf hin, dass solche Handlungen nicht als „Dumme-Jungen-Streiche“ zu werten sind, sondern in aller Regel Straftaten darstellen. Ferner besteht im Einzelfall die Möglichkeit, Beschuldigte – bei Minderjährigen deren Erziehungsberechtigte – mit den Kosten entsprechender Polizeieinsätze zu belegen.
So war erst vor kurzem – wie berichtet – den Eltern einer Schülerin, die eine briefliche Amokdrohung zum Nachteil des Lecker Schulzentrums verfasst hatte und sehr schnell ermittelt werden konnte, ein Leistungsbescheid über 1.700 Euro zugegangen.