Ergebniss der Badewasserprobe liegt vor

Gesund durch die Flensburger Badesaison

Flensburg – Kaum etwas ist bei extremer Hitze gesünder als ein lauwarmes Bad im Meer. Es sei denn die Badewasserqualität ist unzulänglich, denn dann könnte der Sprung ins kühle Nass erhebliche Gesundheitsschäden nach sich ziehen, weiß Umweltingenieur Hans Lindberg, der im Auftrag der Flensburger Gesundheitsdienste regelmäßig Proben am Ostseebad und Solitüde entnimmt.

Raus aus den Klamotten und hinein in die Fluten. Wenn die Quecksilbersäule des Thermometers die 25 Grad-Marke auf der Temperaturskala auf Dauer geknackt hat, ist die Verlockung nach einer kurzen Erfrischung im Meer größer denn je. Kein Wunder also, dass wir in der Hochsaison zu fast jeder Tageszeit zahlreiche Badenixen und Planschfreudige beobachten können, die ein paar Schwimmzüge in der Förde genießen oder Kleckermatschburgen am Ufer derselben bauen. Auch unsere vierbeinigen Freunde, die das ganze Jahr über den Pelz nicht ablegen können, genießen an den so genannten Hundstagen ganz besonders den Sprung ins kühle Wasser.

Richtig so, bestätigen auch die Empfehlungen der Wetterexperten vom DWD, die ein lauwarmes Bad zur Abkühlung der Körpertemperatur bei Hitze wärmstens empfehlen.

Grünes Licht oder Badeverbot? Das wissen die Flensburger Gesundheitsdienste

Äußerste Vorsicht dagegen ist bei verschmutztem Badewasser geboten. Denn dann dreht sich der Spieß um und die gesundheitlichen Nachteile überwiegen drastisch. Um solche Krankheitsrisiken zu vermeiden, nehmen daher die Gesundheitsdienste der Stadt alle 14 Tage das Meerwasser der Flensburger Badestrände gründlich unter die Lupe, um grünes Licht zu geben oder im Notfall sogar ein Badeverbot auszusprechen, damit unsere Badegäste gesund durch die Flensburger Badesaison kommen. Die Ergebnisse werden dann an die Flensburger Medien verteilt und an den Stränden ausgehängt.

Zur letzten Probeentnahme am am 5. August begleitete die Pressestelle der Stadt Flensburg (PS) den schwedischen Umweltingenieur Hans Lindberg (HL) und nutzte dabei die Gelegenheit, ein paar Fragen zu stellen.

„Mit Fäkalien können potentielle Krankheitserreger ins Wasser kommen.“

PS: Worauf wird das Wasser denn eigentlich untersucht?

HL: Wir messen Wassertemperatur, pH-Wert, Leitfähigkeit, bestimmen die Sichttiefe und erfassen sichtbare Verschmutzungen. Außerdem wird das Wasser auf Verunreinigungen mit „intestinalen Enterokokken“ und „Escherichia coli“ untersucht. Diese Keime gehören zur herkömmlichen Darmflora des Menschen und der Tiere. Mit Fäkalien können potentielle Krankheitserreger ins Wasser gelangen, die zu Erkrankungen führen können. Werden deren Grenzwerte überschritten, müssen wir ein Badeverbot verhängen.

Quallen sind kein Indiz für schlechtes Badewasser

PS: Sind hohe Quallenvorkommen eigentlich ein Indiz für schlechtes Badewasser?

HL: Nein. Quallen tummeln sich ja besonders bei ablandigem Wind in den Küstengegenden. Als Meeresbewohner gehören wie Krabben, Krebse und Stichlinge zur natürlichen Fauna des Meeres und lassen daher keine Rückschlüsse auf die Qualität des Badewassers zu. Da aber eine Berührung mit den Fäden von Brandquallen äußerst unangenehm ist und das Badevergnügen erheblich beeinträchtigen, geben wir eine Warnung raus, sollte es im Badebereich vor Brandquallen nur so wimmeln.

Algen – von harmlosen Pflanzen bis zu gefährlichen Bakterien

PS: Und wie sieht es bei Algen? Ist da Vorsicht geboten?

HL: Absolut nicht. Alle Algen, die man hier als solche identifizieren kann, sind vollkommen harmlos. Übeltäter sind dagegen Blaualgen. Bei ihnen handelt es sich aber gar nicht um Algen im herkömmlichen Sinne, sondern vielmehr um eine Bakterienart.

PS: Was kann bei Kontakt mit Blaualgen passieren?

HL: Der Kontakt mit einer hohen Konzentration an Blaualgen kann zu Hautreizungen, Magenverstimmungen, Übelkeit und Durchfallerkrankungen führen. Hunde, die sich nach einem Bad in Blaualgen das Fell lecken, könnten schlimmstenfalls sogar daran verenden. Meist erkennt man aber das Vorhandensein solcher Algen an weitflächigen Teppichen, deren Färbung einer Erbsensuppe ähnelt.

Starker Regen ist schlecht fürs Badewasser

PS: Was ist denn ursächlich für schlechte Badewasserqualität?

HL: Schlecht sind z.B. langanhaltende starke Regenfälle wie beim Jahrhundertregen. Dann werden Chemikalien und Keime gedüngter Felder, ungereinigte Abwässer oder Wasser aus Regenrückhaltebecken ins Meer gespült.

Die Qualität des Flensburger Badewassers

PS: Und ist es um die Flensburger Badewasserqualität bestellt?

HL: Es gab während meiner Arbeitszeit eigentlich noch keinen Grund zur Beanstandung. Auch nach Regengüssen kann man immer noch eine Zweitprobe entnehmen, weil das Ergebnis schon nach wenigen Stunden schon wieder ganz anders aussehen kann. Sollte eine Probe dennoch mal als bedenklich eingestuft werden, ist immer noch eine eine Wiederholung der Probe erforderlich. Es ist z.B. auch durchaus denkbar, dass genau vor der Probenentnahme in unmittelbarer Nähe eine Möwe ihre Notdurft verrichtet hat. Und die Probe enthielte unverhältnismäßig viele Bakterien, was das Ergebnis verfälschen würde. Ein Möwensch… vermiest also noch keinen Sommer. Alles im allem kann aber sagen, dass wir in Flensburg glücklicherweise fast immer grünes Licht geben können.

Ergebnis der Badewasserprobe vom 05.08.2013

Wir bedanken uns für das nette Gespräch bei Hans Lindberg und teilen auf diesem Wege mit, dass selbstverständlich auch diese Probeentnahme am 05.08. den Flensburger Stränden Ostseebad und Solitüde wieder ausgezeichnetes Badewasser bescheinigte. Die Wassertemperatur in Solitüde lag an diesem Montagmorgen mit 21,4 °C genau 0,4°C über der gemessenen Temperatur im Ostseebad.