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LKA-SH: Polizisten verlangen nie Ihr Geld!

LKA-SH: Polizisten verlangen nie Ihr Geld!

Kiel (ots) –

– Querverweis: Bildmaterial ist abrufbar unter
http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/2256/3402214 –

Sie sitzen meist im Ausland. Sie durchforsten deutsche
Telefonbücher, gezielt nach älteren Menschen, die dort auch mit ihrer
Anschrift verzeichnet sind. Und wenn sie anrufen, geben sie sich als
Polizisten oder Staatsanwälte aus. Und sie haben nur ein Ziel: Sie
wollen IHR Geld! Im vergangenen halben Jahr sind der Polizei in
Schleswig-Holstein rund 80 Taten bekannt geworden, bei denen Anrufer
versucht haben, in der Mehrheit ältere Frauen davon zu überzeugen,
ihr Geld von Konten, aus Bankschließfächern oder aus Tresoren zu
holen und den Tätern zu übergeben. Das ist ihnen zum Glück nur in
wenigen Fällen gelungen, aber der Schaden ist immens hoch. Mehrere
hunderttausend Euro haben die Betrüger bereits ergaunert. Das
Dunkelfeld der versuchten und vollendeten Taten dürfte sehr viel
größer sein. Aber wie gelingt es den Tätern, zum Erfolg zu kommen?
Sie nutzen rücksichtslos das Vertrauen älterer Menschen zur Polizei
aus. Hauptsächlich wenden sie zwei Maschen an: Der akzentfrei Deutsch
sprechende Anrufer, der sich als Polizeibeamter ausgibt, spricht
seine Opfer mit Namen an und bringt zuweilen zum Ausdruck, dass er
weiß, wo sie wohnen. Er berichtet z.B. von vermehrten Einbrüchen in
der Umgebung und einem festgenommen Täter, bei dem man Zettel mit
Namen und Adressen, auch die der Angerufenen, gefunden habe. Man
mache sich nun Sorgen und hinterfragt die vorhandenen Vermögenswerte.
Diese wolle man für sie sicher verwahren… In anderen Fällen
berichtet man den Angerufenen von mafiösen Strukturen bei ihrer Bank
und fordert sie auf, sicherheitshalber ihr Geld abzuheben,
Schließfächer zu räumen und die Vermögenswerte zu Hause zu lagern.
Auf Bedenken der Bankmitarbeiter werden die Geschädigten vorbereitet.
Durch erneute Anrufe versichern sich die Täter der Abholung des
Geldes und fordern nun zum Mitteilen von Banknotennummern auf. Darauf
folgt die Behauptung, es handele sich um Falschgeld, dass die Polizei
abholen müsse… Die geschilderten Legenden sind nur zwei Beispiele
einer Vielzahl von Geschichten, die sich die Täter einfallen lassen.
Sie gehen arbeitsteilig vor. Perfekt geschulte Telefonisten fädeln
die Abholungen ein. Es werden sogar „Rollenspiele“ mit mehreren
Anrufern durchgeführt. Wieder andere Täter erscheinen später bei den
Opfern. Die Täter bedienen sich modernster Telekommunikationsmittel,
die es ermöglichen, jede beliebige Rufnummer im Display der
Geschädigten erscheinen zu lassen. Auch die der zuständigen
Kriminalpolizeidienststelle! Übrigens: Die Polizei ruft Sie nie von
der Rufnummer 110 aus an. Die Geschädigten erhalten auch eine
Rückrufnummer, in der Regel eines Mobiltelefons, um mit den Tätern
Kontakt aufnehmen zu können. Sie werden sogar dazu ermuntert.
Anbahnungshandlungen können sich zum Teil über Tage hinziehen. Nicht
selten wird den Geschädigten glaubhaft gemacht, konspirativ an
Ermittlungen der Polizei mitzuwirken. Die Täter erschleichen sich
durch ihr Vorgehen das Vertrauen der Geschädigten, stellen sogar
Fangprämien in Aussicht. Ziel der Täter ist es immer, sich Zutritt in
die Wohnungen potentieller Opfer zu verschaffen, um dann durch
Ablenkung oder als Fortsetzung der dreisten Lügengeschichten an Geld
und Wertgegenstände zu gelangen. Die Polizei arbeitet mit Hochdruck
und eng vernetzt an der Ermittlung der Täter, was sich aufgrund der
oben geschilderten Vorgehensweisen als sehr schwierig erweist. Sie
hat es mit hochprofessionell agierenden Tätergruppen zu tun. Was
können Sie tun, um sich und ihre Angehörigen zu schützen? –
Überprüfen Sie Ihren Telefonbucheintrag. Ändern Sie ihn
gegebenenfalls. Ihr Vorname sollte abgekürzt sein und eine Anschrift
ist oft nicht nötig. – Machen Sie Fremden gegenüber nie Angaben über
Ihre Vermögenswerte. Polizeibeamte würden Sie nie danach oder gar
nach Passwörtern fragen. – Polizei und Staatsanwaltschaft würden Sie
niemals telefonisch zu einer Zahlung auffordern. Sie erhalten immer
eine schriftliche Zahlungsaufforderung auf dem Postweg. – Lassen Sie
sich nicht zu etwas drängen, dass Ihnen nicht behagt. Falsche Scham
spielt den Betrügern in die Tasche! – Deponieren Sie keine Wertsachen
auf Anordnung vor dem Haus. – Haben sich Unbekannte angemeldet, holen
Sie sich Unterstützung ins Haus. Polizeibeamte in Zivil weisen sich
immer aus. – Wenn Sie sich unsicher sind, notieren Sie Namen,
Dienststelle und Rufnummer des Anrufers und legen Sie auf. Wählen Sie
den Serviceruf der Polizei 110. Hier finden Sie unmittelbar
Unterstützung. Die hohe Anzahl der angezeigten Betrugsversuche zeigt,
dass sehr viele lebensältere Menschen sehr aufmerksam sind und sich
nicht darauf einlassen. Aber leider gilt dies nicht für jeden. Darum
bittet die Polizei Sie, auch lebensältere Angehörige, Nachbarn und
Bekannte aufzuklären. Wenn Sie bereits geschädigt wurden oder jemand
versucht hat, Sie zu betrügen, zeigen Sie dies bitte in jedem Fall
an. Weitere Hinweise entnehmen sie bitte dem Programm Polizeiliche
Kriminalprävention, www.polizei-beratung.de .

OTS: Landeskriminalamt Schleswig-Holstein
newsroom: http://www.presseportal.de/blaulicht/nr/2256
newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/dienststelle_2256.rss2

Rückfragen bitte an:

Landeskriminalamt Schleswig-Holstein
Uwe Keller
Telefon: 0431/160-4050
E-Mail: Presse.Kiel.LKA@Polizei.LandSH.de

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