Messwerte des Flensburger Kraftwerks jetzt online für Staatliches Umweltamt

Ab sofort werden die Emissionswerte des Heizkraftwerkes der Stadtwerke Flensburg online an das staatliche Umweltamt (StUA) Schleswig übertragen. Damit stehen dem Amt im nördlichen Schleswig-Holstein alle ständig zu messenden Schadstoffe und Betriebsdaten sofort und ohne Zeitverzögerung zur Auswertung zur Verfügung. Die so genannte Emissions-Daten-Fernübertragung (EFÜ) ist sowohl für den Flensburger Energieversorger als auch für das StUA in Schleswig ein technisches Novum. Die Stadtwerke Flensburg GmbH ist der erste Betreiber im nördlichen Schleswig-Holstein mit einer Online-Fernüberwachung seiner Emissionswerte. Damit ist der vom Minister für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume; Herr Dr. Christian von Boetticher, in seiner Einweihungs-Rede ausgelobte „gläserne Schornstein“ in die Realität umgesetzt worden. Die Stadtwerke haben vor Ort mehrere aufwändige und teure Messstationen mit speziellen Baugruppen und Rechneranlagen installiert. Es werden ausschließlich geprüfte und für die Emissionsüberwachung zugelassene Softwareprogramme eingesetzt. Die aufwändigen Messeinrichtungen messen kontinuierlich rund um die Uhr an jedem Tag des Jahres die Emissionen aus dem Kraftwerksschornstein. Alle Messwerte werden nach einem besonderen Verfahren und automatisch über die Softwareprogramme bewertet und in entsprechenden Tabellen abgelegt (gem. der Durchführungsverordnung).Die Messgeräte zur Messung der Emission sind kalibriert. Dies erfolgt durch unabhängige Sachverständige (TÜV). Aller drei Jahre erfolgt eine „Hauptprüfung“ der Kalibrierungen, jährlich findet eine umfangreiche Funktionsprüfung der Mess- und Auswertesysteme statt.

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Büro der Emissions-Daten-Fernübertragung
vorn v.l.n.r.: Herr Carstensen, Herr Thom, Herr Neumann

hinten v.l.n.r.: Herr Hädrich, Herr Keden, Herr Tams

Dazu Walter Baar, Leiter des Flensburger Kraftwerks: „Die gesamten Kosten für die Mess- und Auswerteeinrichtungen einer Kesselanlage betragen ca. 350.000 Euro, d.h. für alle drei Kessel investieren die Stadtwerke Flensburg einen Betrag in Höhe von ca. 1.050.000 Euro, um zu dokumentieren, dass die Investitionen in die neue Filteranlage auch von Erfolg gekrönt sind.“

Zur Erinnerung: Bei Staub liegt der Messwert mit 1,44 mg/m³ mehr als gute 93% unter der gesetzlichen Vorgabe von 20 mg/m³ und 86% unter der freiwilligen Verpflichtung auf 10 mg/ m³.

Die Erfassung und Auswertung der Messwerte und Daten erfolgt gemäß der 13. und 17. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsgesetzes.

Alle Daten zur Behörde sind so aufbereitet und dargestellt wie der Gesetzgeber es verlangt. Bei den Behörden und den Stadtwerken sind spezielle Fachleute für die ordnungsgemäße Auswertung dieser umfangreichen Daten erforderlich und vorhanden. Für den Laien sagt die umfangreiche Datenflut relativ wenig aus. Aus diesem Grund stellen die Stadtwerke einmal im Monat die ausgewerteten Daten auf der Internet-Seite www.kwkplus.de zur Verfügung.

Da die Aktivierung der Online-Datenübertragung für das StUA und die Stadtwerke ein nicht alltägliches Ereignis darstellt, fand eine offizielle Übergabe statt. An der Übergabebesprechung für das Fernüberwachungssystem nahmen u.a. als Vertreter des Umweltministeriums Herr Hädrich sowie der stellvertretende Amtsleiter des StUA Herr Carstensen teil. Von der Stadtwerke Flensburg GmbH war der zuständige Abteilungsleiter für Mess-, Steuer-, Regelungs- und Leittechnik Herr Neumann dabei.
Auf beiden Seiten gab es zufriedene Gesichter. Und zwar über die guten Emissionswerte und die fachgerechte Aufbereitung der erforderlichen Daten.

Insgesamt zeigt sich wieder sehr deutlich, dass eine zentrale Energieerzeugung mit nur einem Schornstein und modernen Filteranlagen sowie technologisch gut durchdachten Verfahrensanlagen einen optimaleren Emissionsschutz und eine bessere Überwachung bieten als viele kleine Schornsteine.