Schicksal des toten Säuglings aufgeklärt

Flensburg (ots) – Die Polizei hat die Hintergründe des vor wenigen Tagen in einem Haus bei Großenwiehe aufgefundenen toten Säuglings bereits aufklären können. Am Abend des 31.8.2012 wurde der Polizei mitgeteilt, dass in einer Tiefkühltruhe der Leichnam eines toten Säuglings gefunden worden war. Der Hauseigentümer hatte nach mehreren Jahren die Kühltruhe abtauen und ausräumen wollen und war dabei auf das tote Kind gestoßen.

Eine rechtsmedizinische Untersuchung durch das UKSH in Kiel ergab, dass es sich um einen voll ausgetragenen Säugling handelte, der bei der Geburt gelebt hat. Die genaue Todesursache konnte bei der Untersuchung nicht geklärt werden. Eine äußere Gewalteinwirkung wurde nicht festgestellt.

Weitere Ermittlungen führten die Polizei zu der Ex-Frau des Hauseigentümers, die gegenüber den Polizeibeamten zugab, dass es sich um ihr Kind handelt. Es soll bereits vor vielen Jahren geboren worden sein. Wie genau das Kind in die Kühltruhe gelangt ist, wurde noch nicht geklärt.

Die 49 – jährige Beschuldigte, gegen die nunmehr ein Verfahren wegen des Verdachts des Totschlags bei der Staatsanwaltschaft Flensburg geführt wird, gab an, sich zum Zeitpunkt der Geburt in einem Zustand der völligen Erschöpfung und Aussichtslosigkeit befunden zu haben. Sie habe das Kind nicht haben wollen und nicht gewusst, an wen sie sich hätte wenden können. Das Ehepaar hat noch drei weitere erwachsene Kinder. Im Jahre 2009 trennten sich die Eheleute, die Kinder blieben beim Vater.

Etwaige Zusammenhänge mit der Polizei bekannten anderen Fällen, bei denen Neugeborne aufgefunden wurden, haben sich nicht ergeben.