Schulklasse wächst über sich hinaus

Schüler der Waldorfschule Flensburg wachsen über sich hinaus Besonderes Engagement für ihre Mitschülerin zeigten die Schüler der Klasse 8B der Walddorfschule Flensburg.

Die Klasse war für elf Tage auf Klassenfahrt an der Donau. Die 32 Jugendlichen und vier Begleiter wollten von Unterkunft zu Unterkunft wandern, nah an der Natur, ohne viel Luxus. Geplant war ein buntes Programm mit Klettern und Ausflügen. Wegen des Hochwassers und anhaltenden Regens konnten sie dann aber nur wandern.

Eine Mitschülerin hat eine Spastik und ist dadurch gehbehindert. Sie hatte sich schon am ersten Tagen Blasen gelaufen und konnte kaum mehr gehen. Was tun? Dachte sich die Klasse. Die Mitschülerin hätte die Klassenfahrt abbrechen müssen aber das wollte keiner. Oder sie hätte immer zum jeweils nächsten Ziel gefahren werden müssen. Doch dann wäre sie nicht bei ihrer Klasse gewesen.

Alle für einen: Eine Sänfte für die Mitschülerin

Die Klasse fackelte nicht lange und kam auf  die Idee, ihre gehbehinderte Mitschülerin zu tragen oder zu schieben. „Wir machen das!“ war sich die Klasse einig. In der Gaststätte eines Jugendzeltplatzes liehen sie eine Krankentrage aus. Auf der konnte sie zwar liegen, aber das ging über längere Zeit nicht wirklich gut. In einer Unterkunft gab es Besenstiele und eine Europalette. Mithilfe der Schreinerei im Ort fertigten die Schüler daraus eine Sänfte auf der die Mitschülerin sitzen konnte. Jeweils vier Leute haben getragen, solange sie konnten.

110 Kilometer legten sie insgesamt zurück. Etwa 40 Kilometer davon haben sie ihre Mitschülerin getragen, die letzten Kilometer bis zum Ziel konnte sie sogar selbst gehen.

Trotz einiger Bedenken ob sie es schaffen können, wuchsen die Schüler über sich hinaus. Auch die gehbehinderte Mitschülerin hatte zunächst Bedenken. Sie hatte Angst, allen zu sehr zur Last zu fallen. Allerdings hat sie ihre Skepsis überwunden und entschieden, sich tragen zu lassen.

Gemeinschaftssinn

Die Klasse ist durch die spontane Aktion als Gemeinschaft zusammengewachsen. Die Schüler sagen das selbst. Besonders diejenigen, die vorher eher Außenseiter waren, haben profitiert. „Man darf nicht vergessen: Es sind Jugendliche, alle um die 15 Jahre alt, natürlich hatten sie keine große Lust zu wandern. Trotzdem haben sie sich richtig angestrengt, weil es ihnen wichtig war, Julia mitzunehmen. Sie haben schnell kapiert: Das schaffen wir nur, wenn alle mit anpacken.“ sagte Lehrerin Uta Bischof.

Mehr Informationen über diese Aktion, die Schule machen sollte, finden Sie hier »