Sturmtief Xaver naht, Hinweise der Polizei für die Bürgerinnen und Bürger

HarrisleeFür Schleswig-Holstein ist ein schwerer Sturm vorausgesagt. Der Sturm wird die nordfriesische Küste und das Binnenland vermutlich am Donnerstagvormittag erreichen. Derzeit ist aber noch nicht absehbar, welche Intensität der Sturm annehmen wird. Die Leitstellen, die Feuerwehren und die Behörden sind gut auf die kommenden Tage vorbereitet, denn das letzte Sturmtief Christian ist vor nicht mal 5 Wochen über den Norden hinweggezogen. Bis heute sind nicht alle Schäden behoben, die das Sturmtief am 28.10. auf seinem Zug hinterlassen hatte.

 

Nur lebensbedrohliche Notrufe über 110 oder 112 melden.

Problematisch stellten sich für die Leitstellen im Land die zahlreichen Anrufe dar, die innerhalb kürzester Zeit in den Leitstellen aufliefen. Allein in der Leitstelle Nord in Harrislee wurden beim Sturmtief Christian 432 Anrufer pro Stunde gezählt. Im Vergleich zu regulären Einsatzbelastungen liegt die Zahl der Anrufer bei 22 Anrufen pro Stunde. Die hohe Zahl an Notrufen ergab sich daraus, dass die Bürgerinnen und Bürger jeden Schaden über die Notrufnummer 112 oder 110 gemeldet haben. Auch jene, die nicht lebensbedrohlich waren. „Es ist verständlich, dass die Bürgerinnen Bürger umgehend bei einem Schadeneintritt versuchen Hilfe zu bekommen. Nur kann diese Vielzahl an Notrufen nicht zeitnah bearbeitet werden. Hier ist es erforderlich, dass Prioritäten gesetzt werden.“, so Sacha Münster, stellvertretender Leiter des kommunalen Teils der Leitstelle Nord in Harrislee, „Die Prioritäten werden im Verlauf der Notrufabfrage herausgestellt und entsprechend zu Dispositionen berücksichtigt. Hierbei geht es nicht danach wer zuerst gemeldet hat bekommt zuerst Hilfe.“.

E-Mail-Adresse für nicht lebensbedrohliche Notfallmeldungen eingerichtet.

Die Leitstelle Nord hat eine E-Mail eingerichtet über die die nicht lebensbedrohlichen Notfälle, die im Zusammenhang mit dem Sturm stehen, gemeldet werden können. „Im Sturmtief Christian haben viele Bürger bereits den Weg über das Internet gewählt. Daraus ist die Idee entstanden diesen Weg strukturiert zu kanalisieren um die Notrufleitungen 112 und 110 zu entlasten.“ Für diesen Zweck wurde die E-Mail-Adresse unwetter@leitstelle-nord.de eingerichtet. Das Emailpostfach wird im Sturmzeitraum ständig überwacht und eingehende Meldungen werden dann entsprechend in die Bearbeitung übernommen. „Der Hilfesuchende braucht keinen langen Texte verfassen. Zur Bearbeitung benötigen wir lediglich die Angabe von Ort, ggfls. Ortsteil, Adresse, Rückrufnummer und einer kurzen Beschreibung vom Schadenereignis. Dann können wir handeln.“, erläutert Münster die geplante Vorgehensweise.

Aber nicht nur die Leitstelle bereitet sich auf die erwartete Sturmlage vor. Bereits am Dienstag fanden erste Gespräche mit den Kreisen Schleswig-Flensburg, Nordfriesland und der Stadt Flensburg statt, in denen erste Informationen und Maßnahmen ausgetauscht wurden. Auch hier befinden sich alle beteiligten Stellen in erhöhter Aufmerksamkeit. So werden zum Beispiel die Amtswehrführungsstellen der Feuerwehren frühzeitig eingesetzt, um die Einsatzkoordination in den einzelnen Zuständigkeitsbereichen zu übernehmen. „Es wurden viele Erfahrungen im Sturmtief Christian gesammelt, die bereits im bevorstehenden Sturmtief Berücksichtigung finden werden.“, erläutert Münster die durchgeführten Vorbereitungen zum Sturmtief Xaver. Die Wetterentwicklung wird weiter verfolgt und ständig mit den Gebietskörperschaften abgeglichen.

Verhaltenshinweise für die Bürgerinnen und Bürger

  • Vermeiden Sie im Sturmzeitraum den Aufenthalt im Freien.
  • Schließen Sie die Fenster und Türen.
  • Parken Sie ihr Kraftfahrzeug nicht unter hohen Bäumen.
  • Nutzen Sie den NOTRUF 112 oder 110 ausschließlich bei lebensbedrohlichen Notfällen.
  • Melden Sie nicht lebensbedrohliche Notfälle per Email an unwetter@leitstelle-nord.de oder per Fax an 0461 / 99930549.
  • Sollten Sie weder über Email noch über Fax verfügen melden Sie ihren Sturmschaden erst, wenn der Sturm merklich nachgelassen hat.
  • Sollte das Kommunikationsnetz ausfallen suchen Sie in dringenden Notfällen das nächste Feuerwehrgerätehaus auf, wenn Ihnen dies gefahrlos möglich ist.